Die häufigste Antwort auf die Kostenfrage lautet: "Das kommt darauf an." Das stimmt zwar — aber es hilft niemandem. Wer ein Budget planen und eine Entscheidung treffen muss, braucht konkrete Zahlen, auch wenn sie Schätzungen sind.

Deshalb hier meine ehrliche Einordnung: Was kostet was, warum — und wo verstecken sich die eigentlichen Kostenblöcke, über die kaum jemand spricht.

Die drei Projektgrößen

Einstieg
1.500 – 5.000 €
einmalige Implementierung
Ein-Prozess-Automatisierung
Ein klar abgegrenzter, wiederkehrender Prozess wird automatisiert. Kein Custom-Code, keine komplexen Integrationen.
z.B. Urlaubsantrag-Workflow, automatische Bestätigungsmail, Daten aus Formular in Tabelle
Komplex
18.000 – 50.000 €
einmalige Implementierung
Unternehmensweite Automatisierung
Mehrere Abteilungen, tiefe Systemintegrationen, KI-Agenten, individuelle Oberflächen oder komplexe Ausnahmebehandlung.
z.B. vollständige Auftragsstrecke, abteilungsübergreifendes Reporting, KI-gestützter Kundendialog
Was in diesen Zahlen drinsteckt

Analyse und Konzept, Implementierung, Testing, Einweisung und 30 Tage Support nach Go-Live. Was nicht enthalten ist: laufende Tool-Kosten (siehe unten) und Anpassungen nach dem Erstprojekt.

Die laufenden Kosten — oft unterschätzt

Die Einmalkosten sind das, worüber alle reden. Die laufenden Kosten sind das, was langfristig den Unterschied macht.

  • Automatisierungsplattform (n8n Cloud oder Make.com): 20–120 € pro Monat, je nach Ausführungsvolumen. Bei Self-Hosting entfällt das, dafür entstehen Serverkosten (10–40 € monatlich).
  • KI-API-Kosten (z.B. OpenAI, Anthropic): Stark nutzungsabhängig. Bei moderatem Einsatz (ein paar hundert Anfragen täglich) meist 20–80 € monatlich. Bei intensiver Nutzung mehr.
  • Wartung und Anpassungen: Systeme ändern sich, APIs bekommen Updates, Prozesse entwickeln sich weiter. Realistisch sind 1–3 Stunden pro Monat für Pflege — entweder intern oder mit externer Unterstützung.

Zusammengefasst: Ein typisches Projekt im mittleren Preisbereich kostet nach Implementierung etwa 100–250 € pro Monat an laufenden Werkzeugkosten. Das ist der Maßstab, an dem der ROI gemessen werden sollte.

Eine konkrete ROI-Rechnung

Nehmen wir ein reales Beispiel: Automatisierung der Eingangsrechnungsverarbeitung für ein Unternehmen mit 150 Rechnungen pro Monat.

Beispielrechnung: Rechnungseingang automatisieren

Manueller Aufwand vorher45 Min. × 150 = 112 Std./Jahr
Personalkosten (35 €/Std.)3.920 €/Jahr
Implementierungskosten7.500 €
Laufende Kosten1.440 €/Jahr
Jährliche Einsparung2.480 € netto
Amortisationca. 3 Jahre

Das klingt nach einer langen Amortisationszeit — und bei diesem einfachen Beispiel stimmt das auch. Der eigentliche Wert liegt aber nicht nur in der Zeitersparnis: weniger Fehler, schnellere Zahlungsfreigabe, bessere Datenqualität, und die Mitarbeiterin, die vorher 112 Stunden mit Dateneingabe verbracht hat, kann jetzt etwas Sinnvolleres tun. Das lässt sich schwerer in Euro ausdrücken, ist aber real.

Wann rechnet sich Automatisierung schnell?

Drei Bedingungen beschleunigen den ROI erheblich:

  1. Hohe Frequenz. Je öfter ein Prozess läuft, desto schneller amortisiert sich die Investition. Ein Prozess, der täglich stattfindet, rechnet sich schneller als einer, der wöchentlich läuft.
  2. Hohe Fehlerkosten. Wenn manuelle Fehler teuer sind — sei es durch Mahnungen, Nacharbeit oder Kundenverlust — dann hat Automatisierung einen zusätzlichen Hebel, der in einfachen Rechnungen nicht auftaucht.
  3. Skalierbarer Prozess. Wenn Ihr Unternehmen wächst und ein Prozess mitdwächst, multipliziert sich der Nutzen der Automatisierung automatisch — ohne mehr Personalaufwand.
Was ich Interessenten immer empfehle

Machen Sie vor jedem Gespräch kurz die eigene Hausaufgabe: Welche drei Prozesse nerven Sie oder Ihr Team am meisten? Wie oft laufen sie? Wie viel Zeit kostet jede Ausführung? Mit diesen Zahlen können Sie in einem Erstgespräch sofort einschätzen, ob sich eine Investition lohnt — ohne Bauchgefühl.

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